donnerstag / joi / csutortok / THU 31.07.2008
>>where’s the european dream? the spanish, romanian, hungarian dream?
>>unde au disparut visele din tarile noastre, din europa?
>>hova lettek almaink? a jo let alma magyarorszagon, spaniolorszagban, az EU-ban?
>>sag mir, wo die traueme sind…
0100H > sherry und ich sind ins bett gekrochen. waehrend sie nochmal schnell aufs klo laeuft, kommt mir ein gedanke: anstatt das NGO-treffen im september gross und allumfassend zu machen, waere es besser, es regional zu organisieren, also nur vereine aus siebenbuergen + banat einzuladen.
zweck des treffens waere es, NGO-vertreter in die kommissionen und sonstigen kommittes zu waehlen, die in rumaenien die EU-gelder verwalten. normalerweise steht den gemeinnuetzigen vereinen je ein platz zu. der naechste gedanke war dann der, dass es noetig waere, dies kommissionen und kommittes durch unsere arbeit transparent und effizient zu gestalten.
der uebernaechste gedanke war dann schon ein gedankensprung nach luxemburg-stadt, wo ich mich in zukunft u.U. bei einem EU-amt oder in einem EU-nahen taetigkeitsfeld sehen koennte. weg von schaessburg, weg aus diesem staub und unsaeglichen mief dieser kleinstadt, die nicht sie selbst sein darf, damit sie von balkanischen dieben regiert und gepluendert werden kann!
das alles erzaehlte ich sherry auf englisch, so gut ich konnte. sie selbst lernt gerade deutsch und rumaenisch… im gerpraech ging die reise flugs durch halb europa, auf der suche nach seinem verschwundenen traum. ich erinnere mich an meine durchreise durch spanien, 1992, nach marokko und algerien. es schwebte noch der eros der weiten exotischen welt durch jenes land. heute ist es laengst euro-mainstream geworden, seine identitaet teilweise nur noch ein abbild seiner selbst.
luxemburg stadt? ideal um eine solide europaeisch-buergerliche karriere im zentrum westeuropas zu beginnen. luxemburg ist mir sehr nahe, wegen dem deja-vu-effekt den die stadt und das laendle drumherum auf jeden siebenbuerger sachen ausuebt. sprache, landschaft, leute, alles aehnelt viel zu sehr hermannstadt und der umgebung – oder umgekehrt. und genauso wie hermannstadt/sibiu/nagyszeben ist auch lexemburg irgendwo …langweilig. ein ort des sich selbst aufschiebenden lebensgluecks, damit europa, die banken, das biznis, die tankstellen florieren…
rumaenien hat auch viel von seiner aura eingebuesst – lange vor dem eintreffen der EU. zu viele leere versprechen, zu viel diebstahl und niedertracht gegenueber dem volk seitens der klepto-’eliten’. und trotzdem ist in spurenelementen noch ein hauch von metaphysik in der luft. das haelt mich hier. ungarn war irgenwie auch lebendiger vor 10 jahren oder so… heute ist es zerrissen (worden).
belgrad/serbien hat dagegen noch die ganze vitalitaet eines lebeferudigen balkanischen nicht-EU-landes, mit grenzen, zoellnern usw. kehrseite: kriegsmanie und kletokratie. vitalitaet versus gesetz schient des ost-west-dilemma zu sein. vitalitaet+gesetz koennte einen komfortablen westoestlichen diwan geben. siebenbnuergen koennte ein passender standort sein fuer diese couch.
wo ist der amerikanische traum hin? sherry meint, dass ihre landsleute das gefuehl der selbstbestimmung komplett eingebuesst haetten. vielleicht ist es sogar unvermeidlich, dass mit dem selbstverstaendlichen wohlstand auch der pioniergeist einschlummert.
das war unser gespraech um 1 uhr nachts. danach kuessten wir uns und fanden noch mehr gruende, uns nicht zu trennen, auch wenn sie demnaechst fuer ein paar wochen zurueckfliegen muss in die USA…